FLORIDA UND DIE BAHAMAS

Zwei Traum - Ziele in einer Reise

Bahamas

Die Bahamas von oben

Auf dieser Reise entdecken Sie Florida auf eigene Faust. Zunächst erkunden Sie Miami und Miami Beach mit seinem berühmten Art Deco - Viertel. Von Miami Beach aus geht es dann hinauf nach Cape Canaveral und stauen über die Sehenswürdigkeiten des Weltraum - Bahnhofs der USA. Ein anderer Ausflug führt Sie über die Traumstraße entlang der Florida Keys bis nach Key West. Auf der Rückreise geht es in die Everglades.

Von Miami fliegen Sie dann nach Great Exuma, eine der schönsten Insel der Bahamas. Verbringen Sie eine wunderschöne Zeit in einem Haus an der Küste oder lassen Sie sich im Sandals Emerald Bay verwöhnen.

Von Exuma fliegen Sie ganz früh nach Nassau und übernehmen einen Mietwagen. Sie haben einen ganzen Tag Zeit die Hauptstadt und Paradise Island zu besichtigen. Am späten Abend geht es dann zurück nach Europa.

Natürlich ist dies nur eine von vielen Möglichkeiten, Florida und die Bahamas zu bereisen. Ich habe diese Reise wie beschrieben gemacht und Sie werden sehen, diese Variante hat sehr viel für sich. Aber wir bieten Ihnen selbstverständlich jede erdenkbare Variante an. Es ist Ihr Urlaub.


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Vorab möchte ich Ihnen die beiden Ziele näher vorstellen

FLORIDA

Fahne

Flagge von Florida

  • Florida, der Sunshine - State, wurde am 3. März 1845 der 27. Bundesstaat der USA.
  • Circa 21 Mio Menschen leben hier  
  • Die Hauptstadt ist Tallahassee, die größte Stadt ist Jacksonville
  • Florida besteht aus dem Panhandle, der Anteil am Festland der USA, der Halbinsel Florida und den Florida Keys. Eine Inselkette, die durch 42 Brücken miteinander verbunden sind. Die letzte ist Key West, der südlichste Punkt der USA. Nur 140 Kilometer von Kuba entfernt.
  • Die wichtigsten Flughäfen die von Europa aus angeflogen werden, sind Miami, Fort Lauderdale, Fort Myers und Orlando
  • Es gibt zwei Klimazonen, den subtropischen Nordwesten und den tropischen Rest. Auf der Halbinsel und auf den Keys ist die niedrigste Durchschnittstemperatur 24 Grad im Jänner und 33 Grad im August.
  • Die Wasser-Temperatur beträgt im "Winter" je nach Region auf 22 bis 24 Grad und steigt im Sommer bis auf 30 Grad
  • Vom Lake Okeechobee bis an die Südspitze reichen die Everglades. Sie sind eigentlich ein Fluss von 60km Breite. Seine Fließgeschwindigkeit beträgt 1 Meter pro Stunde. Die Hälfte des Gebietes wird landwirtschaftlich genutzt, die andere ist Naturschutzgebiet.


BAHAMAS

Fahne

Flagge der Bahamas

  • Die Bahamas sind ein Inselstaat im Atlantik. Staatsoberhaupt ist die Königin Elisabeth II von England
  • Die 700 Inseln, davon nur 30 bewohnt, erstrecken sich über 650 km von Nord nach Süd und über 750 km von West nach Ost.
  • Die Hauptinsel ist New Providence mit Nassau als Hauptstadt
  • Die Einwohnerzahl beträgt gerade einmal 390.000  Einwohner
  • Der Internationale Flughafen ist der Lynden Pindling in Nassau und wird von vielen Fluglinien angeflogen.
  • Aber auch mehrere Inseln, wie z. B. Exuma, Grand Bahama, Eleuthera werden von den USA und Kanada angeflogen.
    Die Inseln erreicht man mit Inlandsflügen von Bahamasair
  • Das Klima ist subtropisch mit Höchstwerten von 25 Grad im Winter und 32 Grad im Sommer.
  • Die touristisch am meisten besuchten Inseln sind New Providence mit Paradise Island, Grand Bahamas, Abaco,  und die Exumas

Wichtige Info: Wenn Sie diese Reise so machen wollen, müssen Sie mit einer Fluglinie von Oneworld nach Florida fliegen. Dann können Sie den Rückflug direkt ab Nassau mit British Airways nach Europa antreten.

REISEVERLAUF

TAG 1 ANREISE

Von Wien geht es mit British Airways via London nach Miami. Nach der Ankunft übernehmen Sie Ihren Mietwagen und fahren zu Ihrem gebuchten Hotel in Miami Beach. Eine kurze Erkundung nach dem Check - In und dann wird Sie aufgrund der Zeitverschiebung die Müdigkeit einholen.

TAG 2 Miami und MIAMI Beach

Der erste Tag beginnt sehr früh. Zuerst ein kleiner Spaziergang entlang des Collins Drive - hier ist unser Hotel, das Mimosa - um den langen Flug aus den Beinen zu bekommen. Nach einem eher dürftigen Frühstück im Hotel fahren wir zu unserem ersten Besichtigungspunkt im Miami, der Besichtigung von Miami. Wir fahren zum Kreuzfahrt - Hafen und parken unser Auto. Der Anblick der vielen Kreuzfahrtschiffe ist schon beeindruckend. Wir aber gehen zur Station des Miami Metromover, einer Hochbahn, die man kostenlos benutzen kann und damit ohne Problem nach Miami Downtown kommt. Wir genießen die Fahrt und die Ausblicke auf die Stadt aus erhöhter Position. 

Nach dieser kurzen Fahrt mit der Bahn haben wir gesehen, Miami Downtown ist interessant, aber das war es auch schon. Nun geht es nach Little Havanna. In diesem Teil von Miami leben die Exil - Kubaner und wenn man durch die Calle Ocho fährt, fühlt man sich nach Havanna versetzt. Hier hört und liest man noch mehr Spanisch als im restlichen Miami. Wer auf der Suche nach kubanischem Kaffee oder Zigarren als Mitbringsel ist, oder einfach etwas durch die bunten Straßen mit ihren vielen Ständen spazieren möchte.

Nach diesem Abstecher nach Kuba, fahren wir zu unserer nächsten Station, nach Coral Gables. Ein paar Meilen südwestlich von Miami liegt diese Stadt, die in den 20-iger Jahren von George Merrick geplant wurde. Breite, von Bäumen gesäumte Alleen, die alle nach spanischen und italienischen Städten benannt sind. Wunderschöne Parks und Plätze. Die Sehenswürdigkeiten sind der Venetian Pool, ein Korallensteinbruch, der zum Bad umgeformt wurde, der tropische Garten und das legendäre Biltmore Hotel.

In der Nähe der Füßgängerzone halten wir und spazieren zur Garibalda Plaza. Hier findet man unzählige Lokale, Restaurants und Boutiquen. Zeit für einen Kaffee. Wir gehen ins Cafe Abbracci, der Institution hier in Coral Gables. Da wir schon hungrig sind genehmigen wir uns einen kleinen Imbiss. Die Preise sind recht stolz, aber hier muss man einfach einen Kaffee getrunken haben.

Schön langsam aber wird es nun Zeit nach South Miami Beach zu fahren und in das berühmte Art Deco Viertel einzutauchen. Immerhin die Sehenswürdigkeit von Miami Beach. In den 1930 - iger Jahren wurden hier zahlreiche Gebäude, in erster Linie Hotels in diesem Stil, der gerade in Amerika sehr angesagt war gebaut. Insgesamt gibt es hier über 1000 Gebäude im Art Deco Stil. Dieses Viertel war immer schon als Touristenattraktion gedacht. Bis zum Krieg erlebte es eine Hochblüte.

Nach dem 2. Weltkrieg verkam es immer mehr und in den 70 - iger Jahren sollten viel Häuser abgerissen werden, das Viertel war mehr oder minder ein Slum geworden. Drogen und Kriminalität waren hier daheim. Aber mit der Serie "Miami Vice" wurde das Art Deco Viertel wieder populär und es wurde wieder alles restauriert. Heute erstrahlt es wieder in altem Glanz.

Wir spazieren durch das ganze Viertel und staunen über das bunte Treiben. Hier geht wirklich die Post ab. Es gibt keine Regeln, alles ist erlaubt, alles wird toleriert, aber nichts ist über den Grenzen. Mit einem Wort, toll. Gleich dahinter ist der herrliche breite Strand von Miami Beach. Die Menschen hier genießen da Leben, alle sind extrem gut drauf und sehr freundlich. Es macht einfach Spaß hier zu gehen und alles in sich aufzusaugen.

Später am Abend fahren wir zurück in unser Hotel, die Müdigkeit einerseits und das frühe Aufstehen andererseits sind der Grund. Morgen geht es in den Norden nach Cape Canaveral.

TAG 3 Cape Canaveral

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Da wir noch mit dem Jetlag kämpfen sind wir früh genug munter und schon um 7.30 geht es los in Richtung Norden. Es sind immer hin fast 350 km bis zum berühmten Cape Caneveral, dem Weltraum - Bahnhof der USA. Unterwegs auf dem gut ausgebauten Highway halten wir bei einer Raststätte, aber kurz vor elf Uhr verlassen wir den Highway und fahren die letzten Kilometer bis Merritt Island, wo sich das Kennedy Space Center befindet. Kurz bevor wir ankommen, sehen wir neben der Strasse unseren ersten kleinen Alligator. Er sonnt sich in aller Ruhe. 

Vom Parkplatz aus sieht man schon den Rocket Garden, wo ältere Raketen stehen. Der Eintritt in das KSC kostet 50,- $ und beinhaltet die meisten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Das Space Shuttle Atlantis, das IMAX-Theater, eine Bustour durch die gesamte Anlage, das Shuttle Lauch Experience (davon später), da "Meet an Austronaut" und einiges mehr. Nach einem Kaffee, nehmen wir den Shuttle-Bus, der alle 15 min vom Apollo/Saturn V Center abfährt. Man fährt mit dem Bus zum Startplatz der Space - Shuttle und zur Halle, wo man die "Atlantis" besichtigen kann. Vor der Halle stehen die beiden Antriebsraketen für das Shuttle mit dem orangen Zusatztank.

In der Halle sieht man dann die "Atlantis" in seiner vollen Pracht. Mit geöffneter Ladeluke schwebt sie im 45 Grad - Winkel in der Halle. Das aus der Nähe zu sehen ist schon wahnsinnig beeindruckend. Wir schlendern durch die Halle und schauen uns die vielen Details genau an. Dann geht es zu einem Höhepunkt, dem "Shuttle Lauch Experience". Hier kann der Besucher den Start und den 8 1/2 - minütigen Aufstieg in die Umlaufbahn selbst miterleben.

Man geht in einen großen, runden Raum, der den Frachtraum des Shuttles ähnelt und setzt sich auf einen der speziellen Sitzplätze nieder. Man schnallt sich an und dann beginnt auch schon eine Stimme mit diversen Erklärungen.  Auf einmal stellt sich das "Shuttle" in die Senkrechte und es beginnt der Countdown. Es wird immer lauter und plötzlich wird man in den Sitz gepresst, wie bei einem wirklichen Start. Man spürt die Vibrationen, auf dem großen Monitor bekommt man immer die Infos und sieht, so wie die Astronauten die Spitze des orangen Zusatztanks.

Plötzlich wird alles ruhig, man fühlt für einen Moment so etwas wie Schwerelosigkeit und dann öffnet sich die Decke und man sieht die Erde, wie sie nur die Astronauten zu sehen bekommen. Man ist im Weltall. Es ist einfach unbeschreiblich schön. Dass sich das Shuttle wieder in die Waagrechte gestellt hat, hat man nicht gemerkt. Das Ganze dauert 8,5 min und war für mich ein tolles Erlebnis.

Von hier geht es weiter auf der Runde. Vorbei an der gigantischen Montagehalle der Saturn V - Rakete. Man sieht den Giganten, der die Saturn V Rakete zum Startplatz gefahren hat, das Kontrollzentrum, von wo der Start geleitet wurde. Am Ende der Tour geht es in die große Halle in der eine komplette Saturn V Rakete gezeigt wird. Sie liegt waagrecht in der Halle und die einzelnen Stufen sind getrennt zu sehen. Von den riesigen Triebwerken bis zur Spitze, wo auch die vergleichsweise kleine Kapsel ist, misst sie 111 Meter. Der Anblick, der größten, jemals gebauten Rakete ist schon beeindruckend. Gleich daneben kann man auch die Mondlandfähre besichtigen.

Nach dieser Tour ist es Zeit einmal etwas zu trinken und die Erlebnisse zu verarbeiten. Monika und ich sind auf jeden Fall vollkommen begeistert. Nach dieser Pause gehen wir noch ins IMAX - Kino und werden erleben hier auf spektakuläre Weise, wie unser Weltall entstanden ist. Hier ist man nicht nur dabei, sondern mittendrin. 

Wir sind nun schon mehrere Stunden im KSC und es wird Zeit die Rückreise anzutreten. Noch ein kurzer Abstecher zum Rocket Garden und dann verlassen wir das Kennedy Space Center. Wir fahren nicht sofort auf den Highway, sondern fahren zuerst ins nahegelegene Cocoa Beach. Es liegt schon wieder auf dem Festland und ist vielleicht einigen von Ihnen bekannt. Hier in diesem netten Ort lebte ja niemand Geringerer als Major Antony Nelson und seine bezaubernde Jeannie. Leider sind uns beide nicht begegnet. 

Wir fahren noch eine Weile der Küste entlang, aber da ein Ort an den anderen grenzt und sehr viel Verkehr ist, kommt man nur langsam voran. Wir fahren daher bei der nächsten Gelegenheit auf den Highway und zurück nach Miami. Zuerst fahren wir ins Hotel und machen uns frisch. Dann geht es zum Abendessen nach Nord Miami Beach, zu Flanigan´s Seafood Bar and Grill

Das Essen war hervorragend, wir sind müde, morgen geht´s nach Key West.

TAG 4 Von MIAMI Nach KEY WEST

Auf diesen Teil der Reise haben wir uns schon sehr gefreut. Die Fahrt entlang der Keys nach Key West.

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Nach dem üblichen dürftigen Frühstück im Hotel fahren wir nach Miami und weiter aus der Stadt hinaus bis wir zum Highway 1 kommen, dem Highway der von der kanadischen Grenze immer der Ostküste entlang bis nach Key West führt. Unterwegs bleiben wir bei Walmart stehen und kaufen etwas Proviant für die Fahrt ein. Entlang der Southern Glades geht es in Richtung Küste. Und dann kommt die erste Brücke, wir verlassen das amerikanische Festland und kommen nach Key Largo, die erste von mehr als 200 Key, die sich auf einer Gesamtlänge von 290 Kilometern von Nord nach Süd erstrecken. Die Strasse, der Overseas Highway verbindet auf einer Länge von 161 Kilometern die größeren Inseln mit der letzten der Keys, Key West.

Jetzt beginnt eine wahre Traumfahrt. Es geht von einer Insel zur nächsten. Von Key Largo zum Plantation Key, weiter zur Islamorada, vierzig Inseln sind mit 42 Brücken mit einander verbunden bis hinunter nach Key West. Die längste Brücke ist die 11 Kilometer lange Seven - Miles -Bridge und verbindet Vaca Key mit Bahia Honda. Die Strasse führt über elegante Brücken aber auch zum Teil auf den alten Eisenbahnbrücken, die 1912 das Festland mit Key West verband.

Der Millionär Henry Flagler veranlasste den Bau einer Eisenbahnstrecke die das Festland mit Key West verbinden sollte. 1912 fuhr der erste Zug bis nach Key West. Bis 1935 brachten die Züge Fracht und Urlauber auf die Keys, bis ein schwerer Hurrikan die Eisenbahnstrecke schwer beschädigte. In erster Linie sind es die auf dem Land befindlichen Teile die fast komplett zerstört sind. Die Brücken haben fast alle gehalten. Da aber die Bahn aufgrund der Wirtschafts-Depression kein Geld hatte, die Strecke wieder zu sanieren, wurde beschlossen eine durchgehende Strasse zu erbauen. 1938 wurde der Overseas Highway offiziell eröffnet.

Monika und ich genießen die Fahrt auf dieser Traumstraße. Natürlich darf die entsprechende Musik nicht fehlen. Das Lied "Kokomo" von den Beach Boys haben wir selbstverständlich auf unserer Playlist. In der Stadt Marathon auf Key Vaca machen wir einen Stopp. Das alte Fischerdorf am Hafen vermittelt immer noch wie die Fischer früher gelebt haben und auch heute noch leben. 

Jetzt geht es auf die Seven - Miles - Bridge. 11 Kilometer geht es über das Meer, das in allen Blautönen leuchtet. Es ist unbeschreiblich schön hier zu fahren. Im gemütlichen Tempo, bei offenem Fenster dahinzugleiten. Nach Bahia Honda, wo die Brücke endet, kommen in rascher Folge die letzten Keys und dann erreicht man die "Conch Republic", Key West.

Als die US - Behörden auf der einzigen Zufahrtsstrasse zu den Keys einen Kontrollposten errichteten, löste das einen großen Strum der Entrüstung aus. Der Bürgermeister von Key West befürchtete einen Rückgang des Tourismus. Seine Beschwerde beim Bundesgericht wurde abgeschmettert. Die Reaktion war, dass sich Key West am 23. April 1982 offiziell von den USA abspaltete und die Conch Republic ausriefen. Gleichzeitig erklärte Dennis Warden, der Bürgermeister, den USA den Krieg. Exakt eine Minute später kapitulierte die Conch Repulic und forderte eine Milliarde für den Wiederaufbau. Natürlich gab es kein Geld, aber der Kontrollposten wurde aufgehoben. Als Spaß - Republik existiert die Conch Republic noch immer. Man kann sogar um die Staatsbürgerschaft ansuchen und bekommt einen Reisepass.

Key West ist 13,64 km2 groß, hat 1.717 Einwohner und die höchste Erhebung ist ein Meter. in Key West befindet sich der südlichste Punkt der USA. Unser Hotel liegt gleich am "Ortseingang", das Key West Marriott Beachside****. Da wir uns Zeit gelassen haben, ist es schon später Nachmittag. Wir checken schnell ein und gehen erst einmal an den Pool, bevor wir am Abend in die Old Town gehen.

TAG 5 KEY WEST

Heute startet unsere große New England Tour. Unsere erste Etappe führt und nach Salem. Der Ort liegt etwa 26 km nördlich von Boston und gelangte durch die Hexenprozesse im 17. Jahrhundert zu zweifelhaftem Ruhm. Wir wählen die etwas längere Route durch Boston, da wir uns das Ergebnis des sogenannten "BIG DIG" anschauen wollen. Gemeint ist damit, dass man die meist befahrene Stadtautobahn komplett unter die Erde verbahnte. Gleichzeitig wurden auch Querverbindungen mittels Tunnels mit der Expressway verbunden. Somit ist erstens sehr viel Verkehr aus der Stadt rausgenommen worden und gleichzeitig eine wesentlich städtebauliche Verschönerung der Stadt erreicht.

Wir kommen sehr gut durch den langen Tunnel und erreichen nach dem Flughafen wieder das Tageslicht. Bei traumhaftem Wetter fahren wir der Küste entlang bis Salem. Unser Ziel ist das Salem Witch Museum. Hier in diesem Museum wird die Geschichte der Hexenverfolgung und der Prozesse auf anschauliche und auch typisch amerikanische Weise erzählt. In einem großen Saal sind an der Seitenwänden große Nischen, in denen wie auf einer Bühne die einzelnen Stationen dargestellt sind. Man bekommt einen Kopfhörer und wenn man mit der Gruppe hinein geht, beginnen die einzelnen Bühnenbilder in der richtigen Reihenfolge zu leuchten und die Geschichte wird erzählt. Das Ganze dauert in etwa eine Stunde.  Danach besucht man die ebenso interessante Ausstellung, wo es um den Wandel des Hexenbildes in unserer Zeit geht.  Mein TIPP: Da es zur Zeit des Indian Summer zu langen Wartezeiten bei der Kasse kommen kann, bitte unbedingt vorab buchen. 

Kosten 15,- $ pro Erwachsenem und12,- $ € für ein Kind.

Salem Witch Museum

Das Salem Witch Museum

Von Salem geht unsere Fahrt weiter der Küste entlang nach Portsmouth. Portsmouth ist im Bundesstaat New Hampshire und somit der 2. der sechs New England-Staaten, die wir alle besuchen werden. In dieser entzückenden Küstenstadt machen wir unsere Mittagspause. Im wunderschönen Prescott Park machen wir einen kleinen Spaziergang und essen in einem der zahlreichen Lokale eine Kleinigkeit. Denn heute am Abend haben wir etwas Besonderes vor. Aber davon später.

Von Portsmouth aus geht es nun immer der Küste entlang bis nach Kennebunkport.  Diese Kleinstadt wurde u.a. bekannt als Sommersitz des Präsidenten George W. Bush.  Aber nicht nur aus diesem Grund ist der Ort sehenswert, er war auch Kulisse für die Serie "Mord ist ihr Hobby" mit Angela Lansbury. Wenn man durch diesen entzückenden Ort fährt - übrigens sind wir bereits in Maine, dem 3. New England Staat - wäre man nicht überrascht, Jessica Fletcher jeden über den Weg zu laufen.

Orchard Bay Beach

Der Strand an der Orchard Bay

Wir fahren weiter zum Old Orchard Beach, einem der schönsten Strände von Maine. Jetzt im Herbst ist es hier ruhig, aber man kann erahnen was hier zur Hochsaison im Sommer los ist. Viele Hotels, Apartments, Restaurants und jede Menge Bars und Cafes sind hier entlang des wunderschönen, breiten Sandstrands. Abseits des Ortes sehen wir ein paar traumhaft schöne Landhäuser.

An der Orchard Bay

Landhaus an der Orchard Bay

Von hier ist es nun nur mehr eine halbe Stunde bis wir nach Portland, der wichtigsten Stadt des Bundesstaates Maine. Mehr 600.000 Menschen leben in dieser Stadt, die vor allem als Fischereihafen bekannt ist. Wir fahren zu unserem Hotel, dem Holiday Inn Portland by the Bay. Nach dem Check-In machen wir uns frisch und spazieren in das nahe gelegene Zentrum. Zunächst gehen wir einmal auf ein Bier um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Nach einiger Zeit gehen wir weiter in Richtung Marina zu unserem wichtigen Termin. Wir haben für 19.00 einen Tisch im "DiMillo´s" reserviert. Ich kenne das Lokal schon von einem früheren Aufenthalt hier in Portland und es ist ein absolutes Muss hier Abend zu essen.

Bei DiMillo´s

Mein Schwager mit Lobster

Das DiMillo´s ist ein schwimmendes Restaurant und natürlich auf Meeresfrüchte spezialisiert. Schon bei der Planung der Reise habe ich mich auf dieses Essen gefreut. Nach einer kurzen Wartezeit an der Bar bekommen wir unseren Tisch im stilvoll eingerichteten Lokal. Als Vorspeise muss es ein original New England Clam Chowder sein. Diese Muschel-Kartoffel-Suppe ist einfach sensationell. Dazu passt natürlich ein frisch gezapftes Allagash, ein Bier einer örtlichen Brauerei. Dann kommt endlich der heiß ersehnte Lobster. Dazu gibt es hervorragende gekochte Kartoffel in der Schale. Ein ausgezeichneter Sauvignon Blanc aus Neuseeland vom Weingut Peter Yealands begleitet das Festmahl. Den Abschluss dieses herrlichen Essens bildet ein Blueberry Cobbler, ein Wackelpudding mit Schwarzbeeren aus Maine. Als Begleitung und krönenden Abschluss gönnen wir uns eine Flasche Hillinger Secco Sparkling Pinot Noir. Ein bisschen ein Heimatbezug darf schon sein.

Über die Höhe der Rechnung breiten wir lieber den Mantel des Schweigens, aber immerhin konnten wir uns noch das Taxi zum Hotel zurückleisten.

TAG 5 VON PORTLAND NACH BAR HARBAR

Als wir am Morgen aus dem Fenster blicken, liegt dichter Nebel über Portland. Aber auch das ist zu dieser Jahreszeit normal. In der Nacht kühlt die warme Luft ab und kondensiert. Erst mit der Sonneneinstrahlung löst sich dann in Laufe des Vormittags der Nebel. Unser heutiges erstes Ziel ist der Portland Head Light, ein 23 m hoher Leuchtturm, den George Washington im Jahre 1787 in Auftrag gegeben hat. Wir überqueren die Hafen-Bucht und fahren die paar Kilometer bis zum Parkplatz des Leuchtturms, der auch der Parkplatz des Fort Williams Park ist. Der Turm liegt in dichtem Nebel, die Stimmung ist absolut traumhaft. Am schönsten sind die Spinnennetze in den Büschen, an denen die Nebeltröpfchen haften.

Leuchtturm

Morgennebel beim Leuchtturm

Nach dem wir alles gesehen haben, fahren wir zurück in Richtung Portland und fahren auf die Interstate 295 auf. In Brunswick fahren wir ab. Mittlerweile hat sich der Nebel aufgelöst und die Sonne strahlt von einem tiefblauen, wolkenlosen Himmel. Es wird wieder ein Traumtag. Wir fahren jetzt auf dem US Highway 1, die Nord-Südverbindung hier im Osten, die von der kanadischen Grenze über 3800 km bis nach Key West in Florida führt. Unser erster Stopp ist in Wiscasset, einem entzückenden Örtchen am Sheepscot-River. Wir spazieren ein wenig durch den Ort und da der erste Vormittags-Kaffee ruft, kehren wir bei Sarah´s Cafe ein. Von der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick auf den Fluss und vor allem auf eine Verkaufsbude für Lobster-Semmeln. Diese Roll´s sind eine Spezialität von New England und die Stände gibt´s so wie bei uns die Würstelbuden. Einfach herrlich.

Wiscasset

Pause in Wiscasset

Von Wiscasset fahren wir weiter durch eine herrliche Landschaft. Sie ist geprägt von vielen Flüssen, Meeresarmen, saftig grünen Wiesen und bunten Wäldern. Die zahlreichen Ortschaften sind allesamt im typischen New England - Stil erbaut. Holz ist das dominierende Element und fast alles ist weiß angestrichen. Angefangen vom Wohnhaus, den örtlichen Behörden, bis hin zur Kirche.

Landhaus

Typisches Landhaus

Bei Rockland kommen wir wieder zur Küste. Diese Stadt ist einer der wichtigsten Fischer-Häfen für den Lobster Fang. Wir halten am Hafen und machen einen kurzen Rundgang. Von Rockland führt die US 1 immer der Küsten entlang in Richtung Norden. Wir genießen die Fahrt an der Küste. Unterwegs halten wir Rast auf einen der vielen, gut ausgestatteten Rastplätze und machen ein Picknick. In Portland haben wir uns in einem großen Supermarkt mit allem Nötigen eingedeckt und nun lassen wir es uns gut gehen. So eine Pause ist mir wesentlich lieber als ein schnelles Essen in einem Fast-Food-Lokal mit undefinierbarem Essen. Außerdem ist ein kurzes Power-Napping auch was Feines.

Orland

Ellsworth in Maine

Wir folgen der 1 bis nach Ellsworth und biegen dort auf die US 3 ein, die nach Mount Desert Island führt zu unserem Tagesziel, dem Best Western Acadia Park Inn. Dieses typische amerikanische Motel mit Parkplatz direkt vorm Zimmer ist für eine Nacht unser Quartier. Wie checken ein, machen uns frisch und fahren die paar Kilometer bis nach Bar Harbor. Die Strasse führt den Berg hinunter und man hat einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, die vorgelagerten Inseln und das Festland. Bar Harbor ist eine nette, saubere Stadt, die voll auf den Tourismus ausgerichtet ist. Sie ist das Tor zum Acadia National Park mit seinen vielen Outdoor-Attraktionen. Hier leben noch viele Elche, Bären und andere Tiere. Wunderschöne Wanderwege führen durch den Park.

Bar Harbor

Bar Harbor am späten Nachmittag

Eine weitere Attraktion ist das Whale Watching. Von April bis Oktober kann man hier diese majestätischen Tiere beobachten. Dies steht auch auf unserem morgigen Tag als erstes auf dem Programm. Aber wir parken zunächst unser Auto am Hafen und spazieren durch den wirklich entzückenden Ort. Auch hier verspürt man den New England Style, aber man merkt schon auch, dass hier das Klima schon um einiges rauer ist, als weiter im Süden. Irgendwie fühlt man sich schon eher in Kanada als in den USA. Aber der Ort ist wunderschön. Sehr viel Grün, fast auf jedem Grundstück ist eine Wiese und steht ein Baum.

Restaurant Bella Vita

Das gemütliche Bella Vita

Langsam wird es nun Zeit ein Lokal für das Abendessen zu suchen. Wir entscheiden uns heute für einen Italiener. Das "La Bella Vita", direkt am Hafen, schaut recht einladend ein. Ohne lange Wartezeit bekommen wir einen Tisch direkt am Fenster. Zur Einstimmung genehmigen wir uns ein Glas Prosecco. Als Vorspeise wählen wir die Cozze Bianco. Die in einer Zitronen-Butter-Sauce servierten Miesmuscheln sind ein Gedicht. Genauso wie der Ecco Domani Pinot Grigio aus den Trentino. Die Hauptspeise ist der absolute Hammer. Man kann sich seine eigene Pasta zusammenstellen. Man wählt die Pasta, dann sucht man sich aus einer Vielzahl von verschiedenen Zutaten die gewünschten aus und dann die dazu passende Sauce. Wahrlich ein Gedicht. Als Nachspeise gibt es ein wirklich ausgezeichnetes Gelato. Abgerundet mit einem Grappa di Sassicaia von Poli. Ein fürwahr köstliches Abendessen als Abschluss eines wunderschönen Tages.

TAG 6 BAR HARBOR - NORTH CONWAY

Auch an diesem Morgen trübt dichter Nebel den Blick aus dem Fenster. Wir rufen bei der Whale Watch Company an und erfahren, dass der Vormittagstermin abgesagt ist. Dadurch ändert sich unser heutiger Tagesablauf. Wir können uns zum Frühstücken Zeit lassen und dann ganz gemütlich zu unserem heutigen Tagesziel fahren. Da noch immer dichter Nebel herrscht, fahren wir in den Norden nach Bangor und fahren hier auf die Interstate 95 auf. Unser erstes Ziel wird Augusta sein, die Hauptstadt von Maine. Nach Bangor reißt der Nebel auf und man sieht wieder einen tiefblauen Himmel. Die Temperaturen steigen ebenfalls rasch an und als wir nach Augusta kommen hat es schon wieder über 20 Grad.

Auto im Nebel

So macht man in den USA Urlaub

Augusta ist eine Kleinstadt am Kennebac River. Sie hat nicht sonderlich viel zu bieten, vielleicht abgesehen vom State House, das dem von Boston nachgebaut wurde. Wir genießen unseren Kaffee in einem netten Lokal und dann geht es weiter hinein in fantastische Seen-Landschaft von Maine. Immer wieder fahren wir an kleineren und größeren Seen entlang, überqueren viele Flüsse und fahren durch wunderschöne Wälder, die schon das typische Kleid des Indian Summer tragen. An einem der Seen machen wir Halt und machen wieder unser Picknick. Beim anschließenden Spaziergang am Ufer entlang genießen wir die Sonne und den Blick auf die traumhafte Landschaft.

See in Maine

Ufer des Tripod Pind

Kurz nach dem Tripod Pond kommen wir zum Long Lake. In Naples machen wir Halt und sehen uns das kleine Örtchen an. Hier ist absolute Hochsaison. Auf dem See unzählige Boote, mehrere Marina´s und Geschäfte. Lokale und Souvenirshops findet man entlang des Seeufers.

Marina in Naples

Eine von mehreren Marina´s in Naples

Nach Naples kommen wir nach Fryeburg und überqueren die Grenze zum Bundesstaat New Hampshire. Von hier sind es nur mehr knapp 20 km bis zu unserem heutigen Tagesziel, dem North Conway Grand Hotel. Es ist das beste Hotel in North Conway, aber da wir hier 2 Nächte bleiben, ist es uns das wert. Die Lage des Hotels ist auch nicht schlecht, den gleich daneben ist das Settler´s Green Outlet Village. Hier habe ich schon bei meinem letzten Aufenthalt ein paar tolle Schnäppchen gemacht. Wir checken ein und machen uns rasch frisch, da wir noch eine kleine Runde um North Conway machen wollen.

Conway Railroad

Einfahrt in den Bahnhof von North Conway

Wir fahren gemütlich durch den langgezogenen Ort, vorbei am Bahnhof, wo gerade ein Zug der Conway Scenic Railroad einfährt. Dieser Touristenzug fährt mehrmals täglich durch die wunderschöne Landschaft der White Mountains. Wir fahren weiter entlang des Ellis River nach Jackson. Hier findet man alles, was das Sportlerherz sich wünscht. 2 Golfplätze für den Sommer und Skipisten und einen österr. Eislaufplatz mit Schlittenfahrten.

Jackson New Hampshire

Eine überdachte Brücke, typisch für New England

Nach dieser kurzen Tour geht es zurück ins Hotel. Auf dem Weg in unser Restaurant machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Outlet Center. Es ist nur zum Gustieren, shoppen ist morgen angesagt. Unser Ziel ist das "Merlino´s Family Steakhouse". Heute muss es ein richtiges großes Steak sein mit allem Drum und Dran. Keine Vorspeise oder ähnliche Nebensächlichkeiten. Ich weiß von früher, dass es hier gutes Fleisch vom Angus Rind gibt. Ich bestelle mir ein 20 Oz T-Bone Steak (ca. 550 gr.). Dazu gibt es Pommes Frites und Salat. Als Getränk muss es ein frisch gezapftes Tuckerman´s sein, ein Bier aus dieser Gegend. Auch diesmal werden unsere Erwartungen nicht enttäuscht und den restlichen Abend verbringen wir an der gut ausgestatteten Bar.

TAG 7 DER WHITE MOUNTAIN NATIONAL FOREST

So wie es der Wetterbericht vorhergesagt hat, lacht die Sonne am Morgen von einem wolkenlosen Himmel. Wir sind so dankbar, den heute erwartet uns ein absoluter Höhepunkt unserer Reise, der White Mountain National Forest mit dem Mount Washington. Wir frühstücken im Hotel, für amerikanische Verhältnisse hervorragend. Feste Schuhe und wärmere Kleidung werden eingepackt, denn wir werden den Gipfel des Mount Washington besteigen. Wir fahren vom Hotel hinein in den Park. Hier sind wir in tiefsten Indianer-Gebiet. Die Strasse steigt immer mehr an und nach 60 km sind wir am Ziel, der Talstation der Mount Washington Cog Railway.

Talstation

Tal-Station der Cog Railway

Man kann den 1.917 m hohen Berg auf verschiedene Arten bezwingen, mit dem Auto, zu Fuß oder was für mich die schönste Art ist, mit der weltweit ältesten Zahnradbahn der Welt. 1866 eröffnet, führt die die 4,8 km lange Strecke von der Talstation bis hinauf zur Bergstation, die knapp unter dem Gipfel ist. Auf dieser Fahrt überwindet die Bahn 1.200 Höhenmeter bei einer mittleren Steigung von 25%. Das steilste Stück hat eine Steigung von knapp 48%. Die gesamte Fahrzeit beträgt eine Stunde. Die gesamte Dauer für Hin-und Rückfahrt beträgt 3 Stunden. Heute fahren die Züge mit von Bio-Diesel betriebenen Lokomotiven den Berg hinauf. Nur mehr selten werden die Waggons noch von den alten Dampflokomotiven geschoben. Ich hatte noch das Glück mit so einem pfauchenden Ungetüm zu fahren.

Zug in der Talstation

Unser Zug auf den Mount Washington

Wir hatten unsere Tickets schon vorab gekauft (in der Hochsaison sehr ratsam) und konnten daher in aller Ruhe die Talstation mit den ausgestellten, ersten Lokomotiven bestaunen. Unser Zug fuhr um 10.00 ab, das Boarding beginnt ca. 30 min vorher. Schon nach wenigen Metern führen die Geleise steil den Berg hinauf. Mit an Bord ist ein Guide, der den Reisenden alles über die Bahn, die Strecke und den Berg erzählt. Immer steiler geht es aufwärts bis zur ersten Ausweichstelle. Heute sind die beiden Ausweichstellen zweigeleisig, sodass die Züge ohne Halt aneinander vorbeifahren können. Als ich hinauffuhr, war das noch anders. Bei den Ausweichstellen musste der Zug auf ein Nebengleis fahren. Dafür wurden die Gleise händisch mit genau 17 Handgriffen umgelegt. Die Gleise wurden wieder umgelegt, sodass der Bergab-Zug vorbeifahren konnte. Anschließend wieder umlegen, unser Zug fuhr zurück, wieder umlegen und es ging weiter. Abenteuerlich, aber sensationell.

Ausweichstelle

Hier werden dann die Schienen händisch umgelegt

Wie schon erwähnt, kann das Wetter am Mount Washington in kürzester Zeit umschlagen, aber wir hatten wirklich Glück. Wie schon in den letzten Tagen hatten wir Traumwetter. Oben angekommen stiegen wir die paar Meter bis zum Gipfel hinauf. Der Ausblick war einfach gigantisch. Wir hatten eine unglaubliche Fernsicht. In den Norden bis nach Kanada, nach Westen bis weit nach Vermont hinein und nach Osten bis zum Atlantik. Es war einfach unbeschreiblich schön. Für diesen Ausblick zahlt man gerne den nicht ganz billigen Preis von 80,- USD. Nach einer Stunde Aufenthalt - und dem obligaten Kaffee in der Bergstation - geht es wieder den Berg hinunter. Um 13.00 waren wir wieder bei der Talstation.

Mount Washington Summit

Mit Monika auf dem Gipfel

Weiter geht die heutige Reise durch den National Forst. Nach ein paar Kilometer fahren wir am geschichtsträchtigen Mount Washington Resort vorbei. Ein wunderschönes Hotel, in dem 1944 die Bretton-Woods-Konferenz stattfand. Auf dieser Konferenz wurden die Weltbank und der internationale Währungsfond gegründet. Nun fahren wir durch dichte Wälder. Dass wir in altem Indianer-Gebiet sind, sieht man an zahlreichen Totem-Pfählen entlang der Strecke. Auf einem Parkplatz halten wir und gehen den kurzen Weg zu einem Wasserfall. Gleich nachdem wir in den Wald hinein gehen, steht großes Schild mit einer Warnung vor Bären und wie man sich bei einer Begegnung verhalten soll. Leider bzw. Gott sei Dank ist uns keiner von den scheuen Gesellen begegnet.

Beim Old Man

Hier kommt man zum Old Man of the Mountain

Nach knapp 40 km erreichen wir den nächsten Punkt unserer Tagestour. Es ist der "Old man of the mountain". Der Alte Mann des Berges war eine Felsformation, die den Kopf eines Indianers zeigte. Als ich das erste Mal hier war (2001), war er noch deutlich zu sehen. Leider hat ein natürlicher Felssturz 2003 diesen Kopf zerstört. Aber allein die Fahrt hierher zum Profile Lake ist wunderschön und man kann ja sehen, wo er einmal war und die Bilder, die hier ausgestellt sind, betrachten.

The old man of the mountains

So sah der "old Man of the Mountain" einst aus

Wir fahren weiter nach Lincoln und biegen dann auf die 112 ein. Diese Strasse wird auch Kangamagus Highway genannt. Diese Strasse führt hinein in eine der schönsten Landschaften New Hampshire´s. Auf den 60 km bis North Conway quer durch die White Mountains, sieht man den ganzen Zauber des Indian Summer. Die Wälder leuchten in allen Farben, die Panoramastrasse führt die meiste Zeit den Fluss entlang, immer wiedereröffnen sich neue Blickwinkel und man glaubt zeitweise, dass der Wald brennt. Das Schönste aber ist, dass wir hier auf dieser Strasse fast allein sind.. Wir sind einfach sprachlos, ob dieser traumhaften Landschaft und dankbar, das alles sehen zu dürfen.

Die 112

Wir fahren immer weiter den "Highway" entlang. Zwischendurch machen wir bei einem kleinen See halt und spazieren um ihn herum. Bei einem Rastplatz stehen mehrere indianischen Totempfähle. Sie schauen zwar alt aus, sind aber nur eine Touristenattraktion und ein Hinweis, dass dieses Gebiet einmal den Algonkin-Indianern gehörte.

See am Kangamagus

Nach 50 km kommen wir wieder in die "Zivilisation" und erreichen Conway. Von hier sind es nur mehr ein paar Kilometer zu unserem Hotel. Da wir noch Zeit bis zum Abendessen haben, gehen wir nun shoppen. Im Settler´s Outlet Center zieht es mich, als bekennenden Hilfiger und Ralph Lauren Fan, zu diesen Geschäften. Meine Frau und die beiden anderen Begleiter finden auch ihre Schnäppchen. Zurück ins Hotel, frisch machen und dann gehen wir wieder in das gestrige Restaurant. Steaks kann man jeden Tag essen.

TAG 8 VON NORTH CONWAY NACH KILLINGTON

Der Wetterbericht hat eine Wetterverschlechterung angesagt, aber am Morgen sehen wir noch nichts davon. Unser Weg führt uns heute zunächst zum Lake Winnipesaukee, einem der größten Seen in New Hampshire. Von unserem Hotel sind es knapp 70 km. Unser erster Halt ist bei einem Bauernmarkt. Man kann hier frisches Gemüse kaufen, vor allem aber den großen Howden-Kürbis, der nicht nur gut schmeckt, sondern auch der ideale Kürbis für Halloween ist. Immer öfter sieht man nun bei Bauernmärkten, Gärtnereien und Baumärkten diesen bis zu 15 kg schweren Kürbis.

Bei Moultonborough kommen wir ins das Seen-Gebiet. Wir fahren am Lake Kanasatka vorbei und kommen bei Center Harbor zum riesigen Lake Winnipesaukee. Das Seeufer ist sehr stark gegliedert, daher ist der Gesamtumfang des Sees über 460 km. Im See sind mehr als 250 Inseln. Unser Ziel ist Meridith, einem der touristischen Hauptorte. Der Ort liegt an 2 Seen, einerseits am Winnnipesaukee und an der anderen Ortsseite ist der kleine Lake Waukewan. Wir parken direkt am See und im Down Docks, einem Lokal mit See-Terrasse gibt es endlich unseren Kaffee.

Meridith

Das Town Docks in Meridith

Wir genießen die warmen Sonnenstrahlen, denn wir sehen, dass der Wetterbericht stimmt und schön langsam ziehen immer mehr Wolken auf. Wir brechen auf und fahren nun in Richtung unseres nächsten Ziels, der Quechee-Schlucht. Die Strasse führt durch eine wunderschöne, hügelige Landschaft mit entzückenden, kleinen Ortschaften. Hier auf dieser Route sind nicht so viele Touristen unterwegs. In Lebanon am Connecticut-River machen wir Halt um eine Kleinigkeit zu essen. Es ist eine typisch amerikanische Kleinstadt.

Kurz nach Lebanon überqueren wir die Grenze zu Vermont, dem 4. Bundesstaat auf unserer Reise. Von hier ist es nicht mehr weit zum Quechee State Park. Die Strasse führt über den Ottauquechee River der sich hier ca. 50 m tief in den Felsen eingegraben hat. Diese Schlucht ist die tiefste in Vermont. Wir parken gleich nach der Brücke beim Parkeingang und spazieren zurück zur Brücke.

Quechee George

Blick in die Quechee-Schlucht

Der Blick in die Schlucht und die Umgebung ist schon beeindruckend. Leider hat das Wetter in der Zwischenzeit umgeschlagen und es nieselt, sodas wir uns nicht länger aufhalten. Nach ein paar Kilometern sehen etwas abseits der Strasse ein größeres Gebäude mit der Aufschrift "Scotland by the Yard", leider mittlerweile geschlossen. Wir bleiben stehen und sehen, dass es ein Geschäft für schottische Produkte ist. Hier gibt es alles, angefangen von den Stoffen in den verschiedensten Clan-Mustern, dazu passende Krawatten, Kilts und natürlich auch alles an schottischen Spezialitäten. Wir kommen mit Don Ransom, dem Besitzer ins Gespräch. Von ihm erfahren wir, dass sich in dieser Gegend sehr viele Schotten angesiedelt haben. Er veranstaltet auch das jährliche Scottish Festival. Er sagt uns aber auch, dass er das Geschäft bald aufgibt, da immer weniger Kunden kommen und er und seine Frau keinen Nachfolger für das Geschäft finden.

Scotland

Krawatten in allen Clan-Mustern

Wir kaufen ein paar schottische Souvenirs und fahren weiter zu unserem heutigen Ziel, dem bekannten Skiort Killington, wo jedes Jahr Damen-Weltcup-Rennen stattfinden. Wir fahren nicht in den Ort, sondern hinauf zur Skistation zu unserem Hotel, dem Mountain Inn. Das Hotel hat noch etwas von einem Berghotel. Viel Holz und Stoff sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Wir checken schnell ein und machen einen langen Spaziergang rund um die Station. Jetzt im Oktober liegt zwar noch kein Schnee, aber man merkt, dass sich der Ort schon auf die Wintersaison vorbereitet.

Killington

So schauts im Oktober aus

Zurück im Hotel entspannen wir uns im hoteleigenen Hallenbad, bevor wir in Restaurant zum Abendessen gehen. Obwohl wir hier auf dem Berg sind und knapp 250 km vom Meer entfernt sind, wird frischer Lobster angeboten. Da wir in letzter Zeit sehr Steak-lastig waren, ist es wieder einmal Zeit für einen Hummer. Diesmal allerdings als Lobster-Spaghetti. Dazu ein guter Sauvignon Blanc von Kendall-Jackson aus Kalifornien.

TAG 9 KILLINGTON - SPRINGFIELD

Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt mir, dass die Schlechtwetterfront nun da ist. Tiefhängende Wolken und leichter Regen sind heute angesagt, aber nichts desto trotz steht uns eine schöne Etappe bevor. Von Killington zunächst nach Rutland und nach Pittsford und dann immer weiter in den Süden nach Stockbridge und zu unserem Ziel nach Springfield.

Aber zu aller erst Frühstück und hier erleben wir eine Überraschung der amerikanischen Art. Alles was hier angeboten wird, sei es die Butter, die Marmelade, die Wurst oder der Käse, alles ist in Plastik verpackt. Obendrein gibt es auch kein Geschirr, nur Plastikbecher und Plastikbesteck. Es ist ein Wahnsinn, allein der Müll, den wir hinterlassen, ist gewaltig. Dieses Land hat noch riesigen Aufholbedarf, was Müllvermeidung betrifft, aber nicht nur das. Auch in vielen anderen Bereichen ist Amerika in der Infrastruktur weit von Standard Europas entfernt. Man denke nur an die vielen Strom- und Telefonleitungen, die alle noch auf Masten sind und einige Punkte mehr.

Killington

Die durchaus netten Zimmer unseres Hotels

Aber dafür sind die Menschen extrem freundlich, hilfsbereit und nett und das Land ist einfach wunderschön. Das nur ein kleiner Exkurs. Wir fahren nach dem Frühstück den Berg hinunter nach Rutland und weiter nach Pittsford, zu unserem ersten Stopp dieses Tages. Hier in Pittsford ist das "New England Maple Museum". Es heißt, ohne einen Besuch dieses Museums ist ein Vermont-Aufenthalt nicht komplett. In diesem nett gestalteten Museum erfährt man alles, was man über die Ahorn-Sirup-Erzeugung wissen muss. Schon die Ureinwohner Amerikas haben diesen süßen Saft gewonnen und zu schätzen gewusst. Die Geschichte der Herstellung des Sirups des Ahorn-Baumes wird hier auf typisch amerikanische Art sehr anschaulich und auch lustig gezeigt. Natürlich muss man dann zum Abschluss in angrenzenden Shop etwas für daheim einkaufen. Für sich selbst und als Mitbringsel.

Pittsford

Der Andenken-Laden im Museum

Nach diesem Besuch fahren wir nun immer weiter in den Süden hinein in die Green Mountains. Es mittlerweile aufgehört zu regnen und auch die Sicht hat sich gebessert. So sehen wir auf dieser schönen Fahrt die wunderschöne Landschaft Vermonts. Sanfte Hügel, die auch in den typischen Farben des Indian Summer leuchten. Wir kommen durch entzückende Ortschaften, die alle Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. In einem dieser Orte halten wir und gehen auf den üblichen Kaffee. Anschließend möchten wir noch in Geschäft auf dem Hauptplatz etwas einkaufen. In diesem Geschäft gibt es alles, von Lebensmitteln, allem was man im Haushalt braucht und auch für den Landwirt ist gesorgt. Plötzlich sehe ich in einem Regal ein Sortiment unserer herrlichen, unvergleichliche Manner-Schnitten. Wir fragen den Besitzer, weshalb er Manner-Schnitten in seinem Sortiment hat. Weil einmal ein guter Freund von ihm in Österreich auf Urlaub war und dort diese Köstlichkeit kennengelernt hat. Darauf hat er sie bei seinem Großhändler bestellt und da sie bei seinen Kunden sehr gut ankommen, gibt es sie in seinem Geschäft. Natürlich müssen wir seinen Bestand drastisch reduzieren.

Manner

So sah der Stand vor unserem Besuch aus

Wir fahren weiter und plötzlich kommt auch die Sonne wieder zum Vorschein. Dadurch wird die Fahrt durch die Green Mountains noch schöner. Es ist wirklich eine wunderschöne Region. Wir kommen nach Bennington und da es Zeit für einen Imbiss ist, wollen wir uns eine Kleinigkeit in einem Supermarkt kaufen. Als wir in den Ort kommen, sehen wir eine riesige Aldi-Filiale. Natürlich steuern wir diese an. Als wir hinein gehen das AHA-Erlebnis. Alles ist so angeordnet, wie wir es von daheim kennen. Das Brot ist wo das Brot ist, das Obst wo Obst hingehört und auch alles andere ist auf seinem Platz. Wir suchen uns ein Lokal, wo wir was zum Trinken bekommen, das Essen mitzubringen ist in den USA ja kein Problem.

New England

Eine Tankstelle aus vergangener Zeit

Nach dieser Pause fahren wir weiter in den Süden zu unserem nächsten Halt, nach Stockbridge. Hier in diesem kleinen Ort, schon wieder in Massachusetts, ist das Museum von Norman Rockwell. Norman Percevel Rockwell war einer der bedeutendsten amerikanischen Maler. Rockwells Arbeiten gelten sowohl als amerikanisch-patriotisch wie auch als kommerziell. Als Illustrator schuf über mehr als 40 Jahre schuf er insgesamt 322 Titelbilder der Saturday Evening Post. Mit seiner Art zu malen hat er in den 40- und 50-er Jahren das amerikanische Alltags-Leben auf amüsante Art dargestellt. Er war aber auch politisch sehr engagiert. Sein Motto war:

„Die Sichtweise des Lebens, die ich in meinen Bildern kommuniziere, schließt das Morbide und Hässliche aus. Ich male das Leben so, wie ich es gerne hätte.“

Norman Rockwell

Ein typisches Norman Rockwell Bild

Man kann zu dieser Art von Malerei stehen wie man mag, aber das Museum ist wirklich zu empfehlen. Allein die Lage des Museums am Stadtrand von Stockbridge ist wunderschön. In einer großen Parkanlage befindet sich das Hauptgebäude mit der Bildergalerie. Man kann auch sein Studio besichtigen und auf der Terrasse des Cafe´s die schöne Anlage bewundern.

Von hier sind es noch eine knappe Stunde bis zu unserem heutigen Etappenziel, der Stadt Springfield. Die Sonne scheint mittlerweile wieder von einem blauen Himmel und auf dieser Fahrt durch eine sanft hügelige Landschaft zeigt sich wieder die volle Pracht des Indian Summer. Unser Hotel, das Residence Inn by Marriott West Springfield, liegt am Stadtrand gleich nach der Abfahrt von der Interstate, aber trotzdem sehr ruhig am Rande eines kleinen Wäldchens. Unsere Apartments sind wunderschön, eigentlich eine kleine Wohnung. Zuerst aber muss es ein Willkommens-Bier an der Hotelbar sein.

The Marriott Springfield

Unser Hotel-Zimmer

Nach dem Frischmachen spazieren wir die Strasse entlang in Richtung Zentrum. Hier findet man jede Menge Lokale und Geschäfte. In einen Western-Shop gehen wir hinein und schauen uns um. Hier gibt es alles, was das Herz des Western-Fans begehrt. Wunderschöne Cowboy-Stiefel oder ein Original Stetson wären ein schönes Mitbringsel, aber da die Preise auch schön sind, verzichte ich darauf. Gleich ein Stück weiter ist Cal´s Wood-Fired Grill & Wine Bar.

Obwohl wir nicht reserviert haben, bekommen wir sofort einen Tisch. Als Vorspeise muss es heute ein klassischer Caesar Salad sein. Als Hauptgericht wählen wir alle Meeresfrüchte Spaghetti. Nach einem Bier zur Vorspeise trinken wir zum Hauptgang einen leichten kalifornischen Chardonnay. Den Abschluss bildet ein fantastischer warmer Apfelstrudel mit Vanille-Sauce und Vanille-Eiscreme. Das ganze Essen war einfach köstlich. Wirklich ein Lokal, dass man weiterempfehlen kann.

TAG 10 SPRINGFIELD - NEWPORT

Der heutige Tag wird uns wieder an die Küste führen bis nach Newport in Rhode Island. Das Wetter ist weiter unbeständig, aber wenigstens regnet es nicht. Unser erstes Ziel am heutigen Tag ist das "Old Sturbridge Village", ein Freilicht-Museum der besonderen Art. Hier ist alles, was man besichtigen kann bewohnt. Die Angestellten des Museums betreiben die einzelnen Stationen in den Original-Kleidern der damaligen Zeit, sie bearbeiten die Farm, der Schmied zeigt, wie man zur Zeit der Siedler gearbeitet hat usw. Wir sind sehr gespannt.

Von Springfield nach Sturbridge sind es knapp 55 km. Wir nehmen die SR 20 um die schöne Landschaft hier zu genießen. Gott sei Dank kommt immer wieder die Sonne hervor und so kann man den Reiz dieser Gegend noch besser bewundern. Nach einer gemütlichen Fahrt kommen wir beim Village an. Wir parken auf dem riesigen Parkplatz und gehen zum Hauptgebäude. Hier bekommt man Karten und Infomaterial. Dann geht´s los. Die Wege sind gut beschildert und wir gehen zum Dorf. Rund um einen großen Platz sind verschiedenste Gebäude. Die Kirche, eine Bank, ein Versammlungshaus, das Anwaltsbüro uvm.

Old Sturbidge Village

Der Schmied bei der Arbeit

Der Weg führt am Dorf vorbei und man kommt dann zur Farm. Im Haus zeigen kostümierte Angestellte, wie der Tagesablauf in so einem Haus vor sich ging. In der Küche wird gekocht, man kann die Zimmer besichtigen, den Gemüsegarten. In den Wirtschaftsgebäuden erklärt uns ein Mann die Arbeitsgeräte der damaligen Zeit.

Langsam schlendern wir so am Schmied, am Töpfer, an einem Sägewerk vorbei. Überall wird das alte Handwerk gezeigt. Es ist wirklich schön, das Leben in der damaligen Zeit auf diese Art kenne zu lernen. Alle Stationen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber es zahlt sich auf jeden Fall aus, das Old Sturbridge Village zu besuchen. Man sieht hier wirklich ein Stück amerikanische Geschichte.

Old Sturbridge Village

Der Gemischtwaren Laden

Wir haben uns fast den ganzen Vormittag Zeit genommen, aber nun geht es weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Meerwasser Aquarium in Mystic in Connecticut, dem 5. Bundesstaat auf unserer Tour.  Man fährt knapp 1 1/2 Stunden bis an die Küste. Die Fahrt dahin führt durch eine entzückende Landschaft, natürlich geprägt vom Indian Summer. Das Aquarium liegt etwas außerhalb von Mystic. Das Besondere an dieser Sehenswürdigkeit ist, dass es neben den üblichen großen Aquarien mit unzähligen Fischen, einen sehr großen Außenbereich hat. Hier kann man Meeresbewohner beobachten, die man sonst nur selten zu sehen bekommt.

Wo hat man sonst wohl die Möglichkeit einen weißen Beluga-Wal zu sehen oder eine Vielzahl an Seelöwen, Pinguinen und Haien. Ein besonderes Augenmerk wird hier auch auf die Forschung und der Erhaltung von bedrohten Arten gelegt. Wir schlendern durch die große Anlage und bewundern diese wunderschönen Tiere.

Mystic Aquarium

Aug in Aug mit einem Beluga-Wal

Nach diesem Besuch steuern wir unser heutiges Tagesziel an, Newport im Bundesstaat Rhode Island, dem 6. und letzten Bundesstaat von New England. Wir wählen für diese Strecke die Küstenstrasse, die US Route 1. Die 75 km sind wirklich wunderschön zu fahren, immer wieder kommen wir an die Küste. Newport selbst liegt auf einer Insel, die mit einer tollen Brücke mit dem Festland verbunden ist. In einem großen Bogen spannt sich die Brücke über das Meer. Wirklich beeindruckend. Unser Hotel, das Marriott Newport ist direkt am Hafen, am Rande der Altstadt.

Newport Mass.

Die Brücke nach Newport

Check-In, frisch machen im Zimmer und dann hinein in die Stadt zum Bummeln. Newport ist eine wunderschöne Stadt, im typischen New-England-Stil. Sehr viele Häuser sind aus Holz errichtet, die Farben Weiß und Blau dominieren. Nicht umsonst haben sich hier in der Gegend die Superreichen der "Gilded Age", des vergoldeten Zeitalters hier ihre Landsitze gebaut. Aber diese werden wir morgen besichtigen.

Heute geht es nun zum Abendessen in ein Super-Lokal direkt am Meer, in das "The Mooring". Ich kenne das Lokal von früheren Reisen und es ist immer ein Highlight hier zu essen. Außerdem ist es von unserem Hotel aus zu Fuß erreichbar.  Gewiss nicht ganz billig, aber dafür wirklich hervorragend. Vor allem die Auswahl an Weinen ist beachtlich. Da unsere Reise schön langsam dem Ende zugeht, muss es heute noch einmal ein Lobster sein. Dazu trinken wir einen Sauvignon Blanc von Kendall-Jackson aus Kalifornien. Man muss ja schauen, wie der zu einem steirischen Sauvignon abschneidet. Als Nachspeise gibt es Creme Brulee.

The Mooring

Eine Köstlichkeit aus dem Meer

Nach dem Essen setzen wir uns noch in auf einen Drink in die Hotelbar und dann ab ins Zimmer. Morgen geht es nach Cape Cod.

TAG 11 VON NEWPORT NACH CAPE COD

Nach einer angenehmen Nacht mit dem Geruch des Meeres frühstücken wir im Hotel und machen uns dann auf zu den Newport Mansions. Das sind Herrenhäuser, die sich hier die Superreichen vergangener Tage errichtet haben. Sie alle liegen am sogenannten Cliff-Walk etwas außerhalb von Newport. Traumhafte Anwesen, wie das Marble House oder das Chateau-sur-Mer. Alles traumhafte Anwesen, aber eines davon sticht besonders hervor und das werden wir auch besichtigen. Es ist das "The Breakers" von den Vanderbuilts.

Die Vanderbuilts schufen ihr Vermögen mit Dampfschiffen und der New York Central Railroad. Cornelius Vanderbuilot (183-1899) kaufte ein Holzhaus namens Breakers hier in Newport. 1892 brannte es ab und Vanderbuilt beauftragte Richard Morris Hunt einen Palast zu erbauen. Er holte Handwerker aus allen Ländern, vor allem aus Italien, die die Fertigkeiten besaßen, um einne Palazzo im italienischen renaissance-Stil zu erbauen. 1895 war es fertig und die Vanderbuilts zogen ein. Bis 1972 war es im Besitz der Vanderbuilts, heute gehört es der Preservation Society und ist ein nationales historisches Wahrzeichen ausgewiesen.

Newport Mass.

Das imposante "The Breakers"

Wir haben uns die Karten schon vorab gekauft und kommen gerade rechtzeitig zu unserer Führung. Das Haus ist wahrlich beeindruckend. Nichts, was damals gut und teuer war, fehlt hier. Jedes Zimmer ist mit unheimlichem Prunk ausgestattet. Alle Details zu beschreiben ist müßig, aber es ist schon beeindruckend, was hier geschaffen wurde, obwohl, hier zu leben hatte nicht nur seine Vorteile. Dies war sicher auch der Grund, warum spätere Generationen der Vanderbuilts lieber wo anders residierten und später auch das Haus verkauften.

Newport Mass.

Auch nicht schlecht als Zweitwohnsitz

Nach der Besichtigung fahren wir weiter die durch diese wunderschöne Gegend. Viele Seen, Flüsse und Meeresarme prägen diese Region im Süden der New England Staaten. In Hyannis, dass schon auf der Halbinsel Cape Cod ist, halten wir bei unserem Hotel, dem Fairfield Inn & Suites und checken schnell ein. Nach einer kurzen Zeit fahren wir nach Princetown, ganz am Ende von Cape Cod. Die Halbinsel ist bekannt für seine unberührten Strände und den charakteristischen Dörfern. Viele sind noch immer geprägt vom Fischfang, aber der Tourismus spielt mittlerweile eine große Rolle. Viele New Yorker nutzen die relative Nähe für kurze Urlaube und auf den beiden Inseln Nantucket und Martha´s Vineyard haben sich viele betuchte Menschen niedergelassen. Die Kennedy´s hatten hier einen Landsitz und auch Barack Obama kam immer wieder auf die Insel.

Cape Cod

Wir halten in Princetown und machen einen großen Spaziergang durch die Dünenlandschaft bis zum Race Point Lighthouse. Es ist traumhaft schön hier, so unberührt und wild. Man wird vom rauen Wind so richtig durchgeblasen. Wir gehen zurück und in Princetown auf einen Kaffee. Dann geht´s zurück zum Hotel und zum Abendessen. Wir haben im Hafen im "Harbourview Restaurant" einen Tisch bestellt. Da es heute unser letzter Abend ist und wir diesen gebührlich feiern möchten, fahren wir mit dem Taxi zum Lokal. Zum Abschluss der Reise wollen wir es noch einmal ordentlich krachen lassen.

New England

Der Hafen von Hyannis

Als Vorspeise bestellen wir Austern aus der Gegend, die mit einer süßen Chilisauce serviert werden. Dazu gibt es einen Soave aus dem Veneto. Die Hauptspeise muss noch einmal ein gutes Steak sein. Perfekt gegrillt mit einer feinen Weinsauce, Spargel und gestampfte Kartoffel. Der Wein kommt aus Kalifornien, ein Cabernet Sauvignon vom Weingut Justin. Den Abschluss bildet ein Käsekuchen mit Schlag und Himbeeren. Alles zusammen war ein Traum. Zurück gehen wir die knapp 3 Kilometer, nach diesem ausgiebigen Mahl tut das gut.

TAG 12 ZURÜCK NACH BOSTON

Heute ist unser letzter Tag, es geht zurück nach Boston und dann wieder nach Hause. Da unser Flugzeug erst am späten Nachmittag geht, können wir auf der Fahrt nach Boston noch einen Stopp einlegen und zwar in Plymouth, der ersten von den Pilgervätern gegründeten Siedlung in ihrer neuen Heimat.

Wir fahren recht früh los, damit wir auch genügend Zeit haben, diesen geschichtsträchtigen Ort zu besuchen. Einerseits ist es die Plimoth Plantation und andererseits kann man einen Nachbau der Mayflower besichtigen, das Schiff mit dem die Auswanderer hierher in ihre neue Heimat segelten. Wir fahren die Küste entlang um noch einmal diese schöne Landschaft zu genießen. In Plymouth angelangt, einer entzückenden Kleinstadt am Atlantik fahren wir gleich zum Hafen und suchen uns einen Parkplatz. Zuerst gehen wir einen Kaffee trinken und dann starten wir unsere Besichtigungstour. Der erste Halt ist der Plymouth Rock, ein eingezäunter Felsen. Hier soll der erste der Siedler amerikanischen Boden berührt haben. Eine schöne Geschichte und den Amerikanern heilig, ist er doch ein eingetragenes historische Denkmal.

Plymouth

Die nachgebaute Mayflower

Ein kurzer Weg zum Hafen und wir stehen vor der Mayflower 2, einem dem Original nachgebautem 1:1 Modell.  Mit so einem Schiff kamen 1620 die ersten der sogenannten Pilgerväter in die Neue Welt. Wir gehen an Bord uns kommen aus dem Staunen nicht heraus. Ist das Schiff schon von außen nicht sehr groß, wird es an Bord so richtig eng. Man kann sich nicht vorstellen, dass auf so einer Nussschale so viele Menschen die Fahrt über den Atlantik antraten. Wer von diversen Filmen Vorstellungen hat, wie es auf so einem Schiff aussieht, kann diese getrost vergessen. Die Kapitänskajüte ist nicht mehr als ein Verschlag und die Kombüse ist ein gemauerter Ofen und das war es.

Wir durchstöbern jeden Winkel des Schiffes und bewundern den Mut und die Entschlossenheit, aufgrund der religiösen Verfolgung in England, dieses Wagnis auf sich zu nehmen. Nur um hier in der Neuen Welt so leben zu können, wie es ihre Religion verlangt.

Mayflower

Die "geräumige" Kapitänskajüte

Die Besichtigung des Schiffs hat doch einige Zeit in Anspruch genommen und so verzichten wir auf das Plimoth Plantation. Es ist ein Freilicht-Museum, in dem man die Lebensweise der Siedler nachvollziehen kann. Wie in Old Sturbridge Village sind auch hier Angestellte in Originalkleidung vor Ort, um alles zu erklären.

Wir suchen uns ein Restaurant, um noch eine Mahlzeit zu uns zu nehmen, denn wie man weiß, ist die Verpflegung inn den Flugzeugen mittlerweile nicht mehr der gehobene Standard. Danach fahren wir die 70 km auf der Interstate bis zum Flughafen. Die Rückgabe des Mietwagens verläuft, wie in den USA, sehr schnell und der Bus bringt uns zu unserem Terminal. Mit Freude auf das heimkommen fliegen wir ab, denken aber voller Wehmut, aber auch Dankbarkeit an diese Traumreise zurück.

Boston

Abschied von unserem Begleiter


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